Die Silzer Pfarrkirche
wurde im Jahr 1848 fertiggestellt und den Heiligen Petrus und Paulus
geweiht. Daher feiern die Silzer ihr Patrozinium am 29. Juni. Eine
Filialkirche steht in Kühtai auf 2020 Metern Seehöhe.
Die Kühtaier Kirche Mariae Heimsuchung hat ihr Patrozinium
am 2. Juli.
Im Jahr 1090 wurde
Silz erstmals urkundlich erwähnt - in Dokumenten tauchte das
Wort "Silles" auf. Silz erlangte stets immer mehr an Bedeutung,
so auch der Pfarrsprengel. Dieser umfasste 1233 den Raum von Roppen
bis Rietz, das Mieminger Plateau und das gesamte Ötztal. In
den folgenden Jahrhunderten erhielten die Stauffer und Habsburger
die Pfarre Silz. Im 18. Jahrhunderten zerstörten Brände
die Kirche, sodass die Bevölkerung beschloss, eine neue Kirche
zu bauen. Im Anschluss wurde Silz ein Dekanat. (1858)
Die Silzer Pfarrkirche
liegt inmitten des Dorfes. Die Kirchenfassade ist zur Bundesstraße
ausgerichtet, wobei der Bau gesüdet wird (die alte Kirche stand
hingegen von Osten nach Westen). Unter Pfarrer Peter Span (1821-1858)
wurde der Bau der neuen Kirche 1846 begonnen. Zwei Jahre später,
1848, wurde die neue Kirche vollendet. Bauleiter war der Architekt
und damalige Bürgermeister von Silz Benedikt Perwög (1820-1857).
Dieser setzte den Bauplan von Alois Haas (1805-1879) um.
Silz war damals als finanzschwache Gemeinde mit der Innengestaltung
der Kirche überfordert. Deswegen zog sich die Ausgestaltung
fast 50 Jahre hin. 1970-1973 wurde der Kirchenraum im Zuge der Restaurierung
im Geiste des II. Vatikanischen Konzils umgestaltet. Der Mittelgang
verschwand, Altäre und Seitenkästen für Prozessionsfiguren
wurden entfernt und die Kanzel abgebaut.
Einer Außenrenovierung (1981-1983) folgte eine Restaurierung
des Kircheninneren in den Jahren 1990-1992. Dabei wurde wieder ein
Mittelgang errichtet, die alte Kanzel wieder angebracht und die
Seitenkästen für die "Farggelen" eingebaut.
Außerdem wurde die Orgel erneuert.
Das Äußere
der Silzer Pfarrkirche wird von einem mächtigen Turm und romanisierenden
Gliederungselementen geprägt. Lisenen mit Rundbogenfries und
Maßwerkfenster (eigentlich etwas Gotisches) zieren den Bau.
Die Fassade mit der dahinterliegenden, tiefen Vorhalle ist breiter
als das Langhaus, das daher etwas einspringt.
Das Kirchenschiff ist in Übereinstimmung mit der Gliederung
des Innenraums mit doppelten Lisenen besetzt, die den auf die Wandpfeiler
im Inneren aufgelegten Doppelpilastern entsprechen. Nur die stark
eingezogene Apsis der Kirche ist bis auf ein kräftiges Kranzgesims
unter dem Dachansatz vollkommen ungegliedert.
Durch ein schlichtes Rundbogenportal tritt man zunächst in
die dämmrige Vorhalle. Ein weiterer Schritt gibt den Blick
in den weiten und farbenfrohen Innenraum frei. Dort bestimmen eine
einheitliche Ausstattung und nazarenische Ausmalung den Gesamteindruck.
Die Silzer Pfarrkirche ist eine in Grund- und Aufriss konzipierte
zweijöchige, dreischiffige Hallenkirche. Die vier längsrechteckigen,
mit Doppelpilastern besetzten Pfeiler tragen die zwei Kuppeln des
Mittelschiffes sowie die Quertonnen der schmalen Seitenschiffe.
Der auf Mittelschiffbreite eingezogene Chor ist um fünf Stufen
erhöht und mit einer Längstonne, in den Stichkappen einschneiden,
eingewölbt.
Die Freskierung des
Langhauses ist in seiner Einheitlichkeit bemerkenswert. Die Szenen
schuf von 1903-1905 Heinrich Kluibenschedl aus Rietz unter Mitarbeit
von Emanuel Raffeiner (1849-1929). Vorher war das Kirchenschiff
ohne Gemälde geblieben und nur ausgemalt und mit Sternen verziert.
Die Bilder der Langhausjoche sind jeweils einem der Kirchenpatrone
gewidmet. Petrus erhielt das dem Chor nähere Joch. Diese Fresken
zeigen Abschnitte aus dem Leben Petri. Das zweite Joch ist dem Apostel
Paulus gewidmet. Hier werden wiederum Lebensabschnitte des Apostelführers
dargestellt.
Silz besitzt die größte
Kirchenglocke zwischen Feldkirch und Innsbruck - sie wiegt über
4 Tonnen. Die älteste Glocke im Kirchenturm ist hingegen die
Sterbeglocke. Sie stammt aus dem Jahre 1791 und konnte als einzige
Glocke über beide Weltkriege hinweg gerettet werden. Bei der
jüngsten Restaurierung der Pfarrkirche wurde die Kanzel wieder
angebracht und neu vergoldet. Als Pendant wurde am Pfeiler gegenüber
eine Holzstatue der Madonna aufgestellt. Geschnitzt wurde die Madonna
von Josef Bachlechner (1871-1923).
Der Kreuzweg in der Silzer Kirche stellt mit 16 Bildern etwas Besonderes
dar. Heinrich Kluibenschedl fügte 1908 die Grablegung Christi
und die Auffindung des wahren Kreuzes durch Helena in den Leidensweg
Jesu hinzu. |